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Quelle: Undersecretariat for Foreign Trade



Management. Künftig soll es aber wieder mehr werden. „Unsere Eigenmarken werden immer modischer. Da ist Schnelligkeit gefragt und dafür ist die Türkei der richtige Partner“, sagt Reinhold.

Allein 90% der DOB-Eigenmarke She werden in der Türkei gefertigt. Gerade war auch Karstadt-Geschäftsführer Heinz Thünemann in Istanbul, gemeinsam haben sie sich unter anderem einen neuen Lieferanten für modische Hemden angesehen. Schon im vergangenen Jahr steigend, um 20%, war der Türkei-Anteil bei Marks&Spencer. Der größte britische Bekleidungshändler beschafft 22% seines Sortiments in der Türkei. 92 Mitarbeiter kaufen von Istanbul aus für 450 Mill. Dollar ein. „Die Vorteile für uns sind unter anderem die geographische Nähe zu vielen unserer Märkte und die Vertikalität der Industrie“, sagt Sylvie Dayi, Head of Region Europe, Africa&Middle East.

Ein immer wichtiger werdender Faktor, nicht nur für Vorreiter wie Marks&Spencer, ist das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit. Die türkische Industrie hat erkannt, dass sich damit Geld verdienen lässt und darin möglicherweise die Zukunft steckt. Zwar ist der Anteil von Bio- Baumwolle am Weltmarkt mit 0,5% immer noch verschwindend gering. Immerhin aber hat die Türkei am gesamten Bio- Baumwollmarkt nach Angaben des türkischen Verbands einen Anteil von 40 %. Ein wesentlicher Punkt der Konferenz war auch das Thema Bildung. Will die Türkei konsequent den nächsten Schritt gehen, vom Massenproduzenten zum design-orientierten Dienstleister mit Full-Service, muss sie auf Know-how und Ausbildung setzen. Landesweit gibt es heute bereits 18 Hochschulen, an denen Designer ausgebildet werden.

Die Ausbildung hat sich verändert. „Früher war das Design-Studium in der Türkei zu sehr an der Kunst und nicht an der Industrie orientiert“, sagt Prof. Bülent Özipek von der TU Istanbul. Deshalb soll der Austausch mit ausländischen Schulen forciert werden. Die TU Istanbul hat bereits seit 2004 mit dem New Yorker Fashion Insitute of Technology einen renommierten Partner. Überraschend ist, dass nicht nur die Türkei auf ausländisches Know-how angewiesen ist. Auch andersherum ist das Interesse groß. So will Nannnet van der Kleijn, stellvertretende Direktorin des Amsterdam Fashion Institute, Anfang 2009 die ersten Studenten in türkische Betriebe schicken. Ihre Begründung leuchtet ein: „Weil das Know-how über die Produktion bei uns so gut wie ausgestorben ist.“

JÖRG NOWICKI